Stürzen vorbeugen bedeutet Pflegebedarf zu vermeiden


Noch denken die meisten leider beim Thema Barrierefreiheit immer noch ausschließlich an Menschen mit Bewegungseinschränkungen und an Hürden, die aufgrund von Mobilitätsproblemen nicht (mehr) überwunden werden können.

Und haken dann das Thema für sich ab, weil sie der Meinung sind, dass es für sie persönlich deshalb nicht relevant ist.

Einige glauben sogar, dass alleine die Tatsache, dass ein Fahrstuhl vorhanden ist, ein Gebäude bereits als barrierefrei auszeichnet. Doch abgesehen davon, dass Rollstuhlfahrer/innen auch mit vorhandenem Fahrstuhl durchaus noch behindert werden können, ist diese Ansicht deutlich zu kurz gedacht.

Tatsächlich betrifft Barrierefreiheit nämlich sämtliche Sinne, die uns zur Verfügung stehen, wie eben auch das Seh- oder Hörvermögen. Oder auch die grundsätzliche Fähigkeit, sich (räumlich) orientieren zu können und Gefahrenquellen einzuschätzen. Und sie betrifft jeden einzelnen von uns.

Vorsicht ist besser als Knochenbrüche

Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, Menschen eine größere Selbstständigkeit zu ermöglichen, sondern vor allem auch Sicherheit und Prävention – nämlich dass man einem Verlust der Selbstständigkeit durch mögliche Unfälle vorbeugt.

In einem anderen Artikel haben wir Ihnen bereits aufgezeigt, wie Handlaufprodukte Stürze vermeiden helfen und die Orientierung innerhalb von Gebäuden verbessern können. Und wir haben auch darüber berichtet, wie durch eine automatische Herdüberwachung unter Umständen Küchenbrände vermieden werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Vorbeugung ist ein intelligentes Leitsystem. Menschen mit Seheinschränkungen oder Orientierungsproblemen können durch ein solches System nicht nur unterstützt werden, selbstständig einen bestimmten Raum zu finden, sondern auch feststellen, wo sich Treppen oder andere Gefahrenzonen befinden.

Demnächst werden wir Ihnen dazu einige Beispiele präsentieren.

Sicher, dass bei Ihnen alles sicher ist?

Die meisten Menschen lassen ihre Räumlichkeiten leider erst anpassen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Seltsamerweise scheint es als unsexy zu gelten, wenn man sich mit den mittlerweile vielfältigen Möglichkeiten beschäftigt, sein Leben komfortabler und sicherer für alle zu gestalten.

Zu kurz gedacht.

Der kleine Enkel fällt die Treppe hinunter, weil ein zweckmäßiger Handlauf fehlt. Der 50plusser stolpert, weil seine Sehfähigkeit im Dunkeln nicht mehr besonders gut ist. Die berufstätige Mutter lässt im Alltagsstress versehentlich den Elektroherd an – mit schlimmen Folgen.

Und dann gibt es in der Tat natürlich auch noch den Opa, der sich immer öfter in seinem eigenen Haus verirrt.

Sicherlich haben auch Sie das eine oder andere Szenario wiedererkannt. Alle diese Beispiele haben nichts mit der Vorstellung einer schweren Körperbehinderung zu tun, die vielen von uns in den Köpfen herumspukt, wenn wir an Barrierefreiheit denken.

Und jede der oben genannten Personen würde sich selbst wohl als zu jung und dynamisch einschätzen, um  in Barrierefreiheit zu investieren. Doch tatsächlich kann jede dieser Situationen genau dazu führen, dass man irgendwann gezwungen wird, genau das zu tun…

Denn nicht selten beginnt ein echter Pflegebedarf mit einem Unfall, der durch rechtzeitige Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen hätte vermieden werden können…

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