WC-Zentralschlüssel für Behindertentoiletten


Gerade jetzt, wenn viele gerne gemeinsame Winterspaziergänge genießen möchten oder sich bei niedrigen Temperaturen am Glühweinstand treffen, kann ein menschliches Bedürfnis dabei schnell für einige zur Qual werden, über das man nur ungern reden möchte.

Der Bedarf an Barrierefreiheit beschränkt sich nicht auf die eigene Wohnung. Barrierefreiheit ist und bleibt selbstverständlich auch ein wichtiges Thema, wenn man soziale Kontakte pflegen und am öffentlichen Leben teilnehmen möchte.

Menschen, die aufgrund einer schweren Behinderung keine Treppen mehr gehen können, einen Rollstuhl oder Rollator nutzen, haben leider oft ein Problem, eine öffentliche Toilette zu finden, die einerseits für sie zugänglich ist und andererseits nicht total verschmutzt oder stark beschädigt.

Manche verzichten deshalb lieber direkt auf das gemeinsame Vergnügen und bleiben lieber zuhause, um gar nicht erst in so eine unangenehme Situation zu geraten. Notwendig ist das jedoch nicht.

Ein einheitlicher Schlüssel für viele stille Örtchen

Mehr als 9.000 öffentliche Behindertentoiletten In Deutschland sind mittlerweile mit einem einheitlichen Schließsystem ausgestattet, dem Euro-WC-Schlüssel.

Dieser Generalschlüssel kann Ihnen unter anderem gewartete Behindertentoiletten an Autobahnen, in öffentlichen Gebäuden, Autobahnraststätten, Kaufhäusern, Bahnhöfen, aber auch im öffentlichen Straßenraum von Gemeinden öffnen.

Und sollten Sie gerne verreisen: der Schlüssel passt nicht nur in Deutschland, sondern auch bei vielen öffentlichen Behindertentoiletten in Österreich und der Schweiz.

Nicht nur für Menschen mit eingetragenen Merkzeichen im Behindertenausweis

Einen solchen Schlüssel erhalten Sie in jedem Fall auf Antrag, wenn Sie nachweisen, dass das Merkzeichen Bl (Blinde Menschen), H (hilflose Menschen), G plus GdB 70 (Menschen die geh- und/oder stehbehindert sind mit mindestens einem Behinderungsgrad von 70), aG (schwer/außergewöhnlich gehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrer) oder B (ständige Begleitperson benötigt) in Ihrem Behindertenausweis steht.

Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass auch Stomaträger/innen, Menschen, die an Morbus CrohnColitis Ulcerosa oder Multiple Sklerose erkrankt sind sowie Menschen mit einem chronischen Blasen-/Darmleiden einen solchen Schlüssel beantragen und nutzen können –  also auch nicht wenige Seniorinnen und Senioren mit Inkontinenzproblemen.

Ein europaweites Problem für viele wurde durch Eigeninitiative gelöst

Initiiert wurde der Euroschlüssel übrigens bereits 1986 vom CBF Darmstadt (Club Behinderter und ihrer Freunde in Darmstadt und Umgebung e. V.). Dort erhalten Sie auch weitere Informationen und können neben dem Schlüssel ein aktuelles Gesamtverzeichnis entsprechend ausgestatteter WCs erhalten.

Aber auch bei einigen Selbsthilfeverbänden, Kommunen oder Städten kann ein solcher Schlüssel bestellt werden.

Fördern auch Sie Ihre Gemeinschaft durch einen EC-Schlüssel

Sollten Sie als Gemeinde, Verein oder als Hausgemeinschaft Gemeinschaftsräume haben, die auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden, so denken Sie doch einmal darüber nach, ob es sich lohnen könnte, auch hier einen Euro-Schlüssel zum Einsatz zu bringen.

Ihr Behinderten-WC könnte so vor Missbrauch besser geschützt werden, während die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung diskret und unkompliziert zu handhaben ist. Am Besten lassen Sie sich dabei von einem Fachbetrieb für Barrierefreies Bauen beraten und unterstützen.

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