Nicht jeder Vermieter ist seniorenfreundlich


In § 554a BGB ist geregelt, dass Mieter/innen mit Behinderung bei Vorlage eines berechtigten Interesses einen Rechtsanspruch gegen den Vermieter zur Durchführung von baulichen Maßnahmen haben.

Ein berechtigtes Interesse liegt grundsätzlich dann vor, wenn durch die Maßnahme eine Behinderung abgebaut oder geschmälert werden kann. So soll behinderten Mieter/innen die uneingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglicht werden.

Leider erleben wir jedoch immer wieder, dass weder unsere Bemühungen, noch die der Pflegestützpunkte mit denen wir zusammenarbeiten, erfolgreich sind, um Vermieter/innen entsprechend zu überzeugen.

Der Wohnungsmangel steht Barrierefreien Wohnungsanpassungen entgegen

Gerade in Berlin ist die Nachfrage nach Wohnungen so groß, dass mancher Vermieter lieber neu vermietet, anstatt auf die Bedürfnisse seiner Mieter/innen einzugehen.

Im Januar kam zum Beispiel ein Ehepaar auf eine Berliner Fachfirma für Barrierefreies Bauen zu, weil es dringend eine Badanpassung benötigt.

Die Hausverwaltung lehnte erst einmal ab. Nach einem Einspruch forderte die Hausverwaltung ein zweites Angebot – obwohl die Kosten für die geplanten Umbaumaßnahmen von den Mieter/innen bzw. Ihrer Pflegekasse getragen werden.

Nach Prüfung des zweiten Angebotes antwortete die Hausverwaltung, dass sie eine Sanierung der Wohnung plant, wenn die Mieter/innen ausgezogen sind und dass diese sich deshalb eine barrierearme Wohnung suchen sollen.

In so einem Fall hilft dann den Mieter/innen leider nur noch der Weg zum Anwalt oder zu einem Mieterverein, um zu ihrem Recht zu kommen.

Foto: Tim Reckmann  / pixelio.de

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