Erfolgsfaktor Badezimmer für die Pflege zu Hause


Am 13.11.2017 veranstaltete der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in Zusammenarbeit mit der BAGSO in Berlin die Fachtagung “Erfolgsfaktor Badezimmer für die Pflege zu Hause”, an der wir ebenfalls teilgenommen haben.

Mit über 100 Teilnehmer/innen aus Handwerk, Industrie, Handel, Politik und Pflegewirtschaft wurde hier ausführlich beratschlagt, wie die baulichen Qualitätskriterien für die Pflege zuhause definiert werden sollten. Man war sich einig, dass es eine Herausforderung ist, bestehende Bäder individuell für ihre jeweiligen Nutzer/innen anzupassen.

Die DIN 18040 kann nicht als Vorschrift für Wohnungsanpassungen genutzt werden

Wir stellten fest, dass immerhin mittlerweile der Einbau einer ebenerdigen Dusche Gottseidank schon fast als Standard gilt –  wohl weil sie prinzipiell für alle nutzbar ist, unabhängig vom Alter oder Handicap. Bei einer Anpassung zum Abbau von bestehenden Barrieren ist jedoch noch weitaus mehr zu beachten.

Die Auswahl und Position einer geeigneten Armatur, Haltegriffe und Steckdosen, eine optimale Beleuchtung sowie Anschlüsse für ein Dusch-WC oder ein erhöhtes Stand-WC sind unter anderem ebenfalls zu bedenken. Alles muss gut erreichbar sein, außerdem müssen für Rollstuhlfahrer/innen auch ausreichende Bewegungsflächen und Türöffnungen eingeplant werden.

Anpassung im Altbau und Neubau sind nicht vergleichbar

Die Möglichkeiten sind im Bestand jedoch leider oft begrenzt, so dass man nur durch Improvisation und Kompromisslösungen das angestrebte Ziel erreichen kann.

Eine Anpassung des Wohnumfeldes ist daher nicht vergleichbar mit einem Neubau und hat auch nichts mit Modernisierung zu tun. Die baulichen Rahmenbedingungen (Raumlage und -größe, vorhandene Anschlüsse etc.) sind im Bestand bereits vorgegeben, so dass die DIN 18040 (Norm Barrierefreies Bauen) hier nur begrenzt anwendbar ist.

Daher waren wir uns einig, dass diese bei einer Anpassung im Bestand allenfalls als Richtlinie gelten kann, aber nicht als Vorschrift, wie es zum Beispiel einige Hausbesitzer/innen oder -verwaltungen immer noch einfordern.

Finanzierungshilfen zum Abbau von Barrieren reichen noch nicht aus

In diesem Bezug wurde auch darauf hingewiesen, dass die Zuschüsse der Pflegekasse leider immer noch zu gering ausfallen, um wirklich das gesamte Wohnumfeld berücksichtigen und optimieren zu können.

Aber immerhin: auch mit dem Zuschuss von 4000€ der Pflegekassen kann schon einiges realisiert werden, das den Alltag deutlich erleichtern kann.

Die bei der Fachveranstaltung vorgestellten Präsentationen und weitere Informationen zu den Ergebnissen können Sie hier finden.

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