Barrierefreie Wohnungsanpassung: “Es geht doch auch noch so…”


Wir stellen leider immer wieder fest, wie groß der Bedarf an Informationen zu dem Themenbereich “barrierefreie Anpassung des Wohnumfeldes” immer noch ist. Viele wissen einfach nicht, was alles konkret dazu zählt und deshalb letztendlich dann auch durch Kostenträger finanziert wird. 

Am 21.02.2018 fand in Berlin-Spandau der 28. Mieter- und Verbraucherstammtisch des AMV – Alternativer Mieter- und Verbraucherschutzbund e.V. statt. Ein Mitglied unseres Rampenleger-Netzwerks, Rüdiger (DOC-) Darmer, war dort eingeladen, um zu dem Thema „Barrierefreies und altersgerechtes Wohnen“ zu referieren und danach Fragen der anwesenden Verbraucherinnen und Verbraucher zu beantworten.

Der AMV ist ein im Jahr 2014 neu gegründeter Mieter- und Verbraucherschutzbund, der sich als dynamische und progressive Alternative zu den bereits seit Jahren bestehenden etablierten Vereinen sieht und sich für ein sozial-gerechtes Wohnen und Leben seiner Mitglieder und Mitbürger in Berlin und Brandenburg einsetzt und engagiert.

Wohnungsnutzer/innen kennen ihren eigenen Bedarf am besten

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Zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2018 um 19:25 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
 Wir alle wissen: Mit steigendem Alter eines Menschen wächst auch die Bedeutung der Wohnung als Lebensmittelpunkt. Nahezu jeder Mensch möchte daher bis ins hohe Alter in seiner eigenen Wohnung und in seiner vertrauten Umgebung bleiben.

Dementsprechend war auch der Anteil der Älteren bei diesem Vortrag besonders hoch. Rüdiger Darmers Einstiegsfrage bleibt bei seinen Vorträgen in der Regel jeweils immer die gleiche:

“Ist Ihre Wohnung eigentlich altersgerecht?”

Denn wie eine Wohnung oder ein Haus konkret ausgestattet sein müssen, hängt immer stark von der jeweiligen persönlichen Situation und dem individuellen Bedarf ab. Es ist also unumgänglich, dass die Nutzer/innen sich selbst darüber bewusst werden, was sie benötigen, wo ihr persönlicher Bedarf liegt, damit auch individuelle maßgeschneiderte Lösungen angeboten werden können.

Im Grunde ist das die gleiche Situation wie beim Arzt. Sie schildern dort Ihre Beschwerden und der Arzt empfiehlt Ihnen daraufhin eine individuelle Therapie, damit eine Linderung eintreten kann.

Die Hemmschwelle vor Veränderungen ist groß

Bei Darmers Vorträgen wird leider jedoch auch immer wieder deutlich, wie groß die Hemmschwelle bei vielen Menschen noch ist, sich überhaupt damit zu beschäftigen, wie sie ihr Lebensumfeld im Alter sicherer und komfortabler gestalten lassen könnten.

“Ich brauche das noch nicht” oder “Es geht auch noch so”, ist nach wie vor eine häufige Aussage von älteren Menschen – auch wenn ihnen durch eine Anpassung des Wohnumfeldes selbst gar keine Kosten entstehen.

In der Regel beschäftigen sich deshalb leider auch heute noch viele erst in dem Moment mit diesem Thema, wenn bereits ein dringender Notfall zum Beispiel durch einen Sturz eingetreten ist.

Barrierefreiheit versus Betreuung?

Zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2018 um 19:25 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wir haben uns deshalb schon gefragt: spielt vielleicht die Sorge eine Rolle, dass aufgrund einer größeren Selbstständigkeit Kinder, Enkel oder Bekannte seltener vorbeikommen könnten? Denn häufig sagen Menschen auch: “Ich brauche das nicht, denn mir wird ja geholfen.”

Vielleicht ist es aber auch oft einfach so, dass Barrierefreiheit noch nicht als alltäglicher Standard wahrgenommen wird, der einfach selbstverständlich sein sollte.

Jedenfalls ist im Verlauf von Vorträgen das Erstaunen der Anwesenden dann letztendlich doch immer groß, wenn sie erfahren, welche Möglichkeiten mit dem Aspekt Wohnungsanpassung verbunden sind. Viele wissen also wirklich einfach noch nicht, was alles konkret dazu zählt und was letztendlich dann auch durch Kostenträger finanziert wird.

Und so kann und sollte man vor allem eines tun: informieren, informieren und nochmal informieren. 

Barrieren entfernen – Pflege erleichtern

Pflege kann durch die Rahmenbedingungen einer Wohnung – sowohl bauliche als auch einrichtungstechnische – deutlich erschwert oder aber auch erleichtert werden. Deshalb bietet Rüdiger Darmer speziell für pflegende Angehörige, Pflegeberater/innen und Pflegedienste Informationsveranstaltungen in Berlin und Sachsen an. Aber natürlich können sich auch gerne Haus- und Mietergemeinschaften an ihn wenden.

Nutzen Sie bei Interesse bitte unser Kontaktformular,  damit er mit Ihnen einen Termin abstimmen kann. Sie erfahren dann anschaulich, welche Möglichkeiten der Wohnungs- und Hausanpassung es gibt, damit Menschen so selbstständig wie möglich in ihrem gewohnten Wohnumfeld leben können und ihre Pflege erleichtert wird.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es nur möglich ist, dieses Angebot für Gruppen ab mindestens 6 Personen zu realisieren und nicht für Einzelpersonen. Aber sicherlich finden Sie in Ihrem Umfeld bestimmt noch einige andere, die sich gerne ebenfalls informieren möchten.

Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns über jede Nachricht!


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