Finanzierungsbedarf? Pflegeberatung nutzen!


Eine barrierfreie Anpassung des Badezimmers kostet leider häufig mehr als der gewährte Zuschuss der Pflegekasse über 4000€. Gottseidank gibt es jedoch noch weitere Kostenträger, die Betroffene unter Umständen ebenfalls zur Finanzierung in Anspruch nehmen können.

Über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten haben wir in der Vergangenheit bereits berichtet, doch oft werden diese letztendlich leider nicht genutzt. Betroffene  scheuen den damit verbundenen Aufwand durch Bürokratie und Behördengänge.

Viele Menschen scheinen immer noch anzunehmen, sie müssten die Antragstellung und Organisation ganz alleine bewältigen. Dabei gibt es heute zahlreiche Anlaufstellen, die ihnen gerne kompetent helfen würden. Einige stellen wir Ihnen heute vor.

Pflegeberater/innen – die erste Anlaufstelle

Seit Januar 2009 haben alle Bürger/innen mit Pflegebedarf sowie ihre pflegenden Angehörigen einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch Pflegeberater/innen. Diese sollen bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Sozialleistungen sowie sonstigen Hilfsangeboten aktiv unterstützen.

Dazu erfassen die Pflegeberater/innen den individuellen Hilfebedarf unter Berücksichtigung der Feststellungen des Medizinischen Dienstes und erstellen jeweils einen individuellen Versorgungsplan, der die erforderlichen Sozialleistungen sowie medizinische, pflegerische und soziale Hilfen beinhaltet.

Anschließend veranlassen sie, dass die erforderlichen Maßnahmen, die im Versorgungsplan festgehalten wurden, auch durchgeführt werden – einschließlich deren Genehmigung durch den jeweiligen Leistungsträger.

Aufgaben der anerkannten Pflegeberater/innen zusammengefasst:

  • Unabhängige Beratung zu den Rechten und Pflichten nach dem Sozialgesetzbuch
  • Unabhängige Beratung zu den bundes- oder landesrechtlich gegebenen Sozialleistungen und Hilfsangeboten
  • Koordination aller notwendigen medizinischen, pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangebote sowie
  • Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Pflegeleistungen

Pflegeberatung in Pflegestützpunkten

Pflegeberater/innen finden Sie in fast allen Bundesländern vor allem in einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe. Pflegestützpunkte werden auf Initiative eines Bundeslandes von den Kranken- und Pflegekassen eingerichtet und finanziert. Die Dienstleistungen dort sind deshalb in der Regel kostenlos.

Aber Achtung: nicht alle Einrichtungen oder Internetangebote, die sich “Pflegestützpunkt” nennen, sind tatsächlich auch anerkannt – „Pflegestützpunkt“ ist bisher leider noch kein geschützter Begriff.

In Sachsen existierte 2009 übrigens bereits das PflegeNetz als Beratungsstruktur. Deshalb hat sich der Freistaat gegen die Einrichtung von Pflegestützpunkten ausgesprochen.

Und auch in Sachsen-Anhalt werden Sie keinen Pflegestützpunkt als Beratungsstelle finden. Hier werden Sie von Mitarbeiter/innen der jeweiligen Pflege- bzw. Krankenkassen beraten.

Überblick zu Beratungsangeboten in Ihrer Nähe

Weil das Leistungs- und Beratungsangebot zum Thema Pflege in Deutschland sehr umfangreich und vielfältig ist, ist es für Verbraucher_innen auch kaum zu überschauen.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat deshalb deutschlandweit nicht-kommerzielle Beratungsangebote recherchiert und in einer Datenbank gesammelt. Die jeweiligen Adressen werden jährlich überprüft und aktualisiert. Welche Beratungsangebote konkret in Ihrer Nähe sind, finden Sie hier.

Hauseigentümer? Pflegerechtsschutz sichert das Wohnen im eigenen Heim

Meistens berichten wir zur Situation von Wohnungsmieter/innen. Doch wer ein eigenes Haus besitzt, möchte selbstverständlich ebenfalls im Pflegefall darin wohnen bleiben, anstatt in ein Zimmer im Pflegeheim zu ziehen.

Das weiß auch der Verband Deutscher Grundstücksnutzer e.V. (VDGN). Der VDGN versteht sich als eine Solidargemeinschaft, der mittlerweile bundesweit rund 120.000 Grundstücksnutzer/innen angehören.

Sein Mitgliederjournal “Das Grundstück”, das achtmal im Jahr erscheint, informiert zu politischen Entwicklungen und beinhaltet einen umfangreichen Ratgeberteil zu Alltagsthemen speziell für Grundstücksnutzer/innen. Neben der regelmäßigen Information und der Interessenvertretung seiner Mitglieder bietet der VDGN jedoch außerdem Beratung an – auch zum Thema Pflege.

Expert/innen beraten – auch zum Thema Pflege

In einer eigens dafür eingerichteten Fachgruppe arbeiten erfahrene Jurist/innen und Pflegeexpert/innen und beraten Mitglieder rund um die Themen Pflege und Behinderung. Sie informieren Betroffene und deren Angehörige über neue gesetzliche Regelungen und unterstützen außerdem bei der Antragstellung.

Mitglieder des VDGN profitieren dabei direkt von einem doppelten Rechtsschutz. Sie sind für rechtliche Auseinandersetzungen rund um Haus und Grundstück versichert, aber außerdem für juristische Auseinandersetzungen zur Anerkennung einer Pflegestufe oder eines Behinderungsgrades.

Beide Leistungen sind bereits im monatlichen Mitgliedsbeitrag von 5,05 Euro im Monat enthalten. Detaillierte Informationen zum Beratungsangebot des VDGN finden Sie hier.

Derzeit richtet der Verband deutscher Grundstücksnutzer in Berlin ein Barrierefreies Musterhaus ein und wir freuen uns sehr darüber, dass auch Rampenleger daran beteiligt sind.
DOC-DARMER liefert die Liftsysteme von Granberg für die Küche, montiert die Handläufe im Gebäude und außerdem das Blindenleitsystem im Eingangsbereich.

Vielleicht sehen wir uns ja zur Eröffnung?

Foto: bowdenimages Treffen mit Berater

Kommentar verfassen